Linkkauf

Was kostet ein Link in meinem Blog? Darf ich Geld für Links verlangen?

Blogger werden oft von SEO Agenturen angeschrieben einen Linkkauf/Linktausch einzugehen. Die meisten Blogger, die keinen SEO Background haben, können jedoch selten einschätzen, was ein Link wert ist und ob man überhaupt einen Deal eingehen sollte, um eine Abstrafung durch Google nicht zu befürchten.

Ich werde nicht näher auf die Google-Richtlinien eingehen, denn die sagen klipp und klar, dass Linkkauf gegen die Richtlinien verstößt. Das Webspam Team um Matt Cutts, schlägt immer vor einen externen Link mit dem Attribut „no-follow“ zu versehen, damit keine Linkpower der Domain auf diesen Link übertragen werden kann. An einem no-follow Link haben jedoch die wenigsten Interesse.

Was kostet nun ein Link?

In der unteren Grafik sehen wir die wichtigsten Metriken einer 1-Jahre alten Domain aus dem SEO Tool SEOlytics. Eine Domain mit diesen Werten kann für einen Link zwischen 60€ und 80€ verlangen, wenn der Link in einem Beitrag gesetzt wird. Es ist nicht empfehlenswert Blogroll-Links zum Verkauf anzubieten, denn viele Links können dort nicht platziert werden und man damit oft als Linkspammer auffallen.

Seolytics

Seolytics

Blog-Bewertung

  1. Tritt eine SEO Agentur mit einer Linkkaufanfrage an dich ran, solltest du dir zuerst die Seiten zukommen lassen, auf die der Link gesetzt werden soll und von Anfang an klar stellen, dass nur themenverwandte Webseiten von Interesse sind. Ein Link einer Finanzseite hat in einem Fashionblog nichts zu suchen!
  2. SEO Agenturen berechnen ihren Kunden in der Regel zwischen 300-600 € pro Link, je nach Blog-Qualität. Entweder fragt dich die Agentur was du für einen Link berechnest oder sie schlägt dir einen Preis vor (ca. 20€ bis 100€, bzw. Amazon, Groupon Gutscheine etc.).
  3. Eine SEO Agentur weiß genau, was ein Link wert ist, denn sie besitzt Zugang zu SEO Tools, mit denen Kennzahlen von Domains abgefragt werden können. Diese SEO Tools stehen in kostenlosen Version jedoch allen zur Verfügung. Folgende Kennzahlen und Aspekte werden zur Blog-Bewertung zu Rate gezogen:
    • Anzahl der Links zum Blog (Backlinks von unterschiedlichen IPs): Je mehr Backlinks ein Blog besitzt, desto attraktiver ist er für Besucher und… SEO Agenturen.
    • Zweck des Blogs: handelt es sich um einen echten User-Generated Blog, auf dem regelmäßig guter Content gepostet wird, oder ist es ein Linktausch-Blog? Seriöse SEO Agenturen suchen seriöse Blogs, mit denen sie zusammen arbeiten können.
    • SEO Sichtbarkeit: die Sichtbarkeit eines Blogs ist kein K.O. Kriterium. Selten verfügt ein privat geführter Blog über eine nennenswerte SEO Sichtbarkeit weswegen das Kriterium meistens nur zusätzlich geprüft wird.
    • Social Media Aktivität: viel interessanter als die Sichtbarkeit sind die Social Media Aktivitäten. Verfügt dein Blog über 1000 Facebook Fans, 500 Twitter-Follower und 150 G+ Anhänger? Alleine diese Werte lassen den Linkpreis um 30-40% steigen. Zusätzlich zur Linkplatzierung kann nämlich auch eine Erwähnung in den Sozialen Netzwerken ins Linkpaket aufgenommen werden.
    • Domainalter: das Alter einer Domain wird ebenfalls oft nur als Zusatzkriterium abgefragt. Je älter eine Domain desto mehr Links, Trust etc. sollte sie in der Regel haben. Hat jedoch eine Domain 6 Jahre auf dem Buckel und nur 10 Backlinks, ist es kein guter Kandidat für einen Linkkauf.

    Seolytics

Mit dem kostenlosen Starter Zugang von SEOlytics, können die wichtigsten Zahlen einer Domain abgerufen werden:

  • Linkpopularität: Anzahl ALLER Backlinks, wobei von einer Domain mehrere Links gezählt werden. Ein hoher Linkpopularität-Wert ist kein Qualitätsfaktor, denn theoretisch kann man 5000 Links von einer Domain erhalten.
  • Domainpopularität: Anzahl der Backlinks von unterschiedlichen Domains.
  • IP-Popularität: Anzahl der Backlinks von unterschiedlichen IP-Adressen. Dieser Wert ist besonders wichtig, da auch nur diese Links zum größten Teil von Google für die Bewertung einer Webseite rangezogen werden.
  • Citation-Flow und Trust-Flow: geben die Aktivität in Sozialen Netzwerken an – jedoch nicht die Anzahl der Fans, diese müssen manuell geprüft werden.

Wo kann der Link platziert werden und wo nicht?

Wie schon am Anfang beschrieben, sollten nur Artikel-Links in Erwägung gezogen werden. Falls sie nach Blogroll-Links (das sind Links, die in der Sidebar auftauchen und auf jeder Seite des Blogs sichtbar sind) oder nach Footer-Links (ebenfalls sichtbar auf allen Seiten) gefragt werden, sollten diese abgelehnt werden, da man so als Spammer auffalen könnte. Das Aussehen des Links ist ebenfallst von Bedeutung. Einige Agenturen geben den Bloggern konkret vor, wie der Link auszusehen hat: Ankertext-Link, URL-Link, Deeplink oder Domain-Link. Es sollte vermieden werden zu oft die gleiche Link-Form zu wählen, da auch das ein Muster erkennen, was Google gar nicht gefällt. Bei Keyword-Links sollte beachtet werden, nicht die gleichen Keywords zu wählen, für die man selbst ranken will.

Der Text für einen Blog-Artikel sollte im jeden Fall von dir kommen und nicht etwa von der Agentur.

Wie viele Links im eigenem Blog kann ich verkaufen?

Die Häufigeit von Link-Deals hängt davon ab, wie oft „normaler“ Inhalt publiziert wird. Je öfter eigene Inhalte (auch mal ohne ausgehende Links) gepostet werden, desto mehr Spielraum gibt es für Link-Deals. Ein Verhältnis von 1:4 könnte als grobe Vorgabe dienen.

Dieser Blogpost soll keinesfalls dazu verleiten, den eigenen Blog zur Linkspamming-Maschine umzubauen. Viele Blogger unterschätzen jedoch den Wert des eigenen Blogs und lassen sich auf Linkgeschäfte ein, bei denen nur die SEO Agenturen gewinnen.

Mehr zum Thema Linkaufbau/Linkbuilding gibt es auf meine-reichweite.de.

Bist du immer noch nicht sicher, was du für einen Link im eigenen Blog verlangen kannst? Frage uns konstenlos!

4 Comments

  • Petra 5. Juni 2013 at 12:25

    Vielen Dank für diesen informativen Artikel;bisher habe ich mich gar nicht damit beschäftigt wieviel man für einen Link verlangen könnte,aber ich selbst stehe mit meinem Blog den ich ja hobbymässig betreibe noch ziemlich am anfang,daher ist es schon interessant zu lesen worauf man alles achten sollte.

  • Michael 5. Juni 2013 at 20:32

    Mein Artikel richtet sich auch hauptsächlich an Hobbyblogs, die früher oder später eine Email mit einer Linkanfrage bekommen. Wenn man von Anfang an weiss, worauf es bei einem „Linkverkauf“ ankommt, kann eigentlich nichts schief gehen. Im Netz kursieren zu viele negative Meldungen zu dem Thema.. Wobei ich gesehen habe, dass du schon fleissig mit Linktausch in deinem Blog unterwegs bist 😉

  • Sebastian 7. Juni 2013 at 16:22

    Ich denke, jeder Blogger der schon eine Weile dabei ist kennt diese Emails mit Anfragen bezüglich Linktausch/Verkauf etc, insbesondere wenn man einen Blog in kommerziell relativ interessanten Themengebieten betreibt (Reise, Multimedia, Gambling…).

    Letztendlich ist ein Preis auch immer eine subjektive Sache, auch wenn man sich alle relevanten SEO-Daten einer Domain anschaut. teliad hat das, was die Preispolitik angeht, meiner Meinung nach seriös umgesetzt – als Blogger wird man dort nicht unbedingt mega-reich aber dafür kommen auch viele seriöse Anfragen von interessanten Firmen/Anbietern rein.

  • Roland 16. November 2013 at 14:02

    Warum unterhalten wir uns um dieses Thema? Weil es Google vorgibt. Würde man eine andere Suchmaschine vorbringen könnte Matt Cutts sagen was er will.

    Aber die Fakten sind nun mal auf dem Tisch, Google macht Spielregeln und die Webmaster halten diese ein oder versuchen in dem Spiel zu schummeln, was immer wieder mal gelingt.

    Der Fakt ist, das Internet ist Googlewelt – hauptsächlich.
    Allerdings kann man seine Besucher inzwischen anders generieren, dazu braucht es nicht unbedingt die Suchmaschine.
    Und da, wie in den Tool oben, nicht nur Pagerank wichtig ist, sondern auch andere Faktoren, so kann man immer noch gut mitspielen, auch wenn Google einen nicht mag.
    (so, hiermit habe ich mich als Googlekritisch geoutet)

    Ich bekomme auch diese Anfragen, denke aber dass der Blog ein gutes Mischungsverhältnis hat.
    Einige Agenturen gehen inzwischen dazu über dass ein „nofollow“ Link Pflicht ist.

    Allerdings verstehe ich das Getue um Dofollow und nofollow nicht ganz. Zumindest aus der Sicht „freies Internet“.

    Ich kenne das ganz anders. Damals kaufte man sich noch Zeitschriften um an Webadressen zu kommen und es gab keine Google-Spielregeln. Obs besser war? Genau kann ich es nicht sagen. Doch in einem bin ich mir sicher, Google spielt inzwischen die Macht enorm aus.

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